Die Luft in der Stadt ist anders zusammengesetzt als auf dem Land oder am Meer. Die größte Belastung ist dabei die, die man nicht sieht: winzige Partikel und Gase. Dieser Artikel schaut sich an, was die Stadtluft ausmacht und was sich für die Luft zu Hause tun lässt.

Was in der Stadtluft steckt
In Städten ist Feinstaub das größte Thema. Das Umweltbundesamt bezeichnet als PM2,5 Partikel mit einem Durchmesser unter 2,5 Mikrometern, als PM10 solche unter 10 Mikrometern. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist um ein Vielfaches dicker. In der Stadt entsteht Feinstaub vor allem durch Verkehr, Heizungen und den Abrieb von Bremsen und Reifen.
Neben Feinstaub prägen zwei Gase die Stadtluft. Stickstoffdioxid (NO2) stammt vor allem aus Abgasen und ist an vielbefahrenen Straßen am höchsten. Bodennahes Ozon bildet sich an heißen, sonnigen Sommertagen.
Warum auch die Luft in Innenräumen ein Thema ist
In der Wohnung ist man vor der Stadtluft nicht vollständig geschützt. Belastete Außenluft gelangt beim Lüften und durch undichte Fenster herein. Dazu kommen eigene Quellen in Innenräumen, etwa Ausdünstungen von Möbeln, Farben und Reinigungsmitteln. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass wir uns rund 80 bis 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen aufhalten.
Was die Forschung zur Luftqualität sagt
Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Empfehlungen für die Luftqualität 2021 verschärft. Sie empfiehlt im Jahresmittel höchstens 5 Mikrogramm PM2,5 pro Kubikmeter, höchstens 10 Mikrogramm NO2 und für Ozon im Sommer höchstens 60 Mikrogramm. Zuvor lagen die Werte bei 10 beziehungsweise 40 Mikrogramm. Kernaussage der WHO-Leitlinien: Jede Reduktion von Luftschadstoffen ist sinnvoll, auf jedem Niveau. In deutschen Städten wurden die WHO-Richtwerte für PM2,5 und NO2 zuletzt deutlich überschritten.
Was für die Luft am Meer typisch ist

Über dem offenen Meer gibt es kaum lokale Feinstaubquellen, und Wind sorgt für ständigen Austausch. Wenn Wellen brechen, gelangen zudem winzige Salztröpfchen in die Luft, man schmeckt sie auf den Lippen. Das ist der physikalische Unterschied zur Stadtluft. Dass die Luft am Meer Salz enthält, ist eine Beobachtung über ihre Zusammensetzung, mehr nicht.
Was Sie für die Luft zu Hause tun können
Zur richtigen Zeit lüften. Stoßlüften ist die einfachste Maßnahme. In der Stadt lüftet man am besten, wenn wenig Verkehr ist, also früh morgens oder spät abends statt im Feierabendverkehr an der Hauptstraße.
Luftreiniger mit HEPA-Filter können Feinstaub und Partikel aus der Raumluft reduzieren, wenn sie zur Raumgröße passen.
Auf die Luftfeuchtigkeit achten. Als angenehm nennt das Umweltbundesamt 40 bis 60 Prozent. Ein Hygrometer für wenige Euro zeigt, wo man steht.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information.